Vision Of Light

Vision of Light [1992/Arnold Glassman, Todd McCarthy, Stuart Samuels]
Diese vom American Film Institute produzierte Dokumentation aus dem Jahre 1992 ist ganz der Arbeit des Kameramanns gewidmet. Angefangen mit Birth of a Nation bis hin zum letzten Teil der Godfather-Trilogie werden die wichtigsten Errugenschaften der Kameraarbeit vorgestellt. Viele Vertreter der Zunft wie Gordon „The Prince Of Darkness“ Willis und Frederick Elmes kommen zu Wort und berichten davon, wie sie mit dem Licht gearbeitet und die Farben manupiliert haben, um bestimmte Effekte zu erzielen etc..
Im Interview sagt einer der Kameramaenner ueber die grosse Zaesur in der Entwicklung des Films, dass fuer die Ausformung des Kinos als Kunstform die Talkies 10-15 Jahre zu frueh kamen. Ein wirklich sehr interessantes und aufschlussreiches Buch zu diesem Thema ist Die Entstehung des Tonfilms von Harald Josse. Darin wird der Uebergang vom Stumm- zum Tonfilm und die damit verbundenen technischen und kuenstlerischen Probleme detailliert nachgezeichnet. Die Diskussion ueber die fehlende Entwicklung und damit einhergehend nicht vorhandene Ausbildung einer eigenen Sprache des Films ist so alt wie das Kino selbst. In dem Buch von Josse wird ein gewisser Heinrich Fraenkel mit den Worten zitiert: „Die Filmkunst darf den akustischen Film nie beachten, denn des kuenstlerischen Films Wesenheit und Hauptstaerke liegt in seiner Stummheit.“ Das war 1922, mit Jazz Singer und Lights of New York entstanden die ersten wirklich als Tonfilm zu bezeichnenden Arbeiten in den Jahren 1927/28. Differenziertere Auseinandersetzungen finden sich in den 1940ern bei Maya Deren, die mit ihren Filmen und theoretischen Versuchen immer wieder versuchte, dem Film einen gleichwertigen Platz neben den anderen Kunstformen zu verschaffen. In den 1990ern war es u.a. Susan Sontag, die um das Ende des nicht „hyperindustrial films“ fuerchtete und heute macht sich Diedrich Diedrichsen Gedanken darueber, wie es mit dem Kino im 21 Jhd. weitergehen kann. Die beiden Kino-Buecher von Gilles Deleuze sind in diesem Diskurs von groesster Bedeutung.
Fuer eine Dokumentation, die versucht das Spotlight auf die Leistungen der Kamermaenner in der Geschichte des Films zu richten, behandelt Vision of Light sein Thema leider zu komprimiert bzw. ueberambitioniert. Es gibt viel zu wenige Beispiele, und die Beispiele, die drin sind, werden mit einer kurzen exemplarischen Filmsequenz und dem dazugehoerigen Kommentar flux in 2-3 Minuten abgehandelt. Wie aber auch sonst koennte eine Geschichte der Art of Cinematography in 90 Minuten abgehandelt werden? Trotz alledem ein interessantes Projekt, welches zeigt, dass ein Film nicht das Produkt einer einzelnen Person ist, und die Bilder nicht blosse Komplimentierung der Narration sind, geschweigeden reines Einfangen der „Realitaet“.

Literatur:
Harald Josse. Die Entwicklung des Tonfilms.
Maya Deren. Schriften zum Film.
Susan Sontag. A Century of Cinema.
Gilles Deleuze. Kino I & II.

Vision Of Light

Kurz Film Festival Hamburg

Heute habe ich das erste mal die 4 (5) Ausgaben unseres Sagacity-Zines aus dem Regal genommen und darin geblaettert. Muss zugeben, ich bin schon ein wenig ueberrascht, dass nicht alles Scheisse ist (ist doch alles schon sooooo lange her!), was ich „damals“ geschrieben habe. Der Text ueber Walter Serner, die beiden Erinnerungsbilder Kino und TV, einige Interviews – sind durchaus ein paar gute Sachen dabei.
Wenn es interessiert--> SAGACITY

Morgen beginnt das 23. Kurz Film Festival in Hamburg und da ich diesmal leider nicht dabei sein kann, gibt es einfach einen kurzen Text, den ich ueber die 2004er Ausgabe fuer das Sagacity geschrieben hatte.
_______________________________________________________________________________________________________________

20. internationales kurz film fest in hamburg

Glotzen bis die Augen vierekig sind. 20. Internationales Kurz Film Fest Hamburg, 9. – 14. Juni 2004.

Der Hang zur Masslosigkeit muss unbedingt mit rein, in das Buch meiner 10 wichtigsten Charaktereigenschaften. Exzessiv Filmeglotzen ist eine Artikulation meiner Masslosigkeit. Auch eine, die schon am laengsten und ohne, wie viele andere Leidenschaften, fuer laengere Zeit vollends von der Bildflaeche verschwinden, um dann genau so unvermittelt sich wieder Bahn zu brechen.
Zum hemmungslosen Glotzen sollte das Hamburger Kurzfilmfestival auch dieses Jahr wieder genuegend Moeglichkeiten bieten. Mehr als 350 Filme, verteilt auf 10 Kategorien und 6 Tage. – Das parallel laufende Kinderfilmfestival „Mo und Friese“ konnte ich mir leider nicht ansehen. – Aber irgendwie, war das dieses Jahr nicht so richtig toll. Nicht, dass ich nicht ausgiebig Gebrauch vom Festivalprogramm gemacht haette, von 17Uhr30 bis nach Mitternacht war ich immer in einem der 4 teilnehmenden Kinos anzutreffen. Bloss, Quantitaet ist ja dann doch nicht alles. Aber fangen wir ganz am Anfang an, der Eroeffnungsveranstaltung, da nahm das Uebel naemlich auch schon seinen Lauf. Die Senatorin der Stadt Hamburg hielt eine pathetische, von Phrasen nur so strotzende Rede, in der sie das Festival und den Kurzfilm ueber alles lobte, mehr Kohle versproch versprach sie auch noch. Dass sie jedoch wahrscheinlich noch nie ein Programm mit guten Shorts gesehen hat, wurde spaetestens klar, als sie vom Kurzfilm als einer schoene Vorstufe zum Langspielfilm sprach – das erregte beim alten Animationshasen Franz Winzentsen und mir energischsten Kopfschuetteln. Und der Rest des Publikums?, verzog keine Miene. Hatten sie das etwa nicht gehoert? Die Degradierung des Kurzfilms zum Anbiederungsprodukt an dicke Produktionsfirmen, das grosse Geld, der schnelle Ruhm! Oder kannten sie Frau Senatorin vielleicht schon und nahmen das hohle Geschwafel eh nicht so ernst? … Es sollte nicht lange dauern, bis mir vollends klar wurde, dass das Publikum das allerschlimmste an diesem Festival und dem Film ueberhaupt ist. Der Grundstein fuer die Stoerung meines Glotzvergnuegens war gelegt. Warum gehe ich auch zu dieser offiziellen Veroeffnungsverstaltung!?!
Vor jeder Vorstellung, die etwa 90 Minuten dauert, laeuft der Festivaltrailer. Letztes Jahr war das ein fetziges Ding mit toller Musik, Heuer, ein eher troeges Teil mit dem Charme einer Naktschnecke. Zusaetzlich wurde dieses Jahr vor jedem Programm noch ein selten daemlicher Greenpeace-Spot gezeigt. Darin traellert es irgendetwas von „Man muesste noch mal 20 sein“, zu alten Aufnahmen von Protesten in Brokdorf. Es soll mit diesem Ding fuer Greenpeace Engery geworben werden, denn „der Kampf fuer die Umwelt geht weiter!“
Der Kampf geht weiter, und vor lauter Blutdurst, in die voellig falsche Richtung. In Richtung: „Made in Hamburg“ und „Internationaler Wettbewerb“. Dabei wusste ich doch bereits von Schlacht Nr.19, der Entscheidung am Hamburger Berg, dass die meisten Gefangenen bei „No Budget“ und „Virtuelles Licht“ zu machen sind. Letztes Jahr gesellte sich noch die geniale Retrospektive Von Filmen Franz Winzentsen dazu, dessen DVD, „Der Porzellanladen“ waermstens empholen werden kann. So war es dann auch dieses Jahr, in den Hauptkategorien liefen die Filme, welche Frau Senatorin wohl zu Begeisterungsstuermen animiert haetten: Kleine scheiss Filme, wie „Juergen in seinem Passat“, richtig spassig und mit einem Schuss en vouger Politik-Platituede, wie Juergen, der der weiss, dass die Banken eh schon zu viel Geld haben und auch noch die Leute abzocken – fuer so viel Ckeverness gibt’s, na?, natuerlich, einen Preis, den „Hanse Short 2004 Jurypreis“. Wenn ich schon einmal bei den Preisen bin, alle Publikumspreise, derer 4, gingen an spassige Filme. Ha Ha! Es waren auch nicht alles Filme in „Made in Germany“, „Flotter Dreier“ und „Internationaler Wettbewerb“ schlecht, 6 aus 8 aber schon und das genuegte, um mich vor weiteren Vorstellungsbesuchen zurueck schrecken zu lassen. Selbst in der „No Budget-“ Kategorie lieft diesmal mehr Scheiss, tolle Filme auch, wie „Mr. Moth“ – auch wenn der Regisseur selbst den Film fuer ein kleines, doofes Schulwerk haelt und jetzt lieber Musikvideos dreht –, insgesamt jedoch waren die Filme bei weitem nicht auf dem Niveau des Vorjahres!
Fuer eine positive Ueberraschung sorgte noch das Jubilaeumsprogramm, 5 aus 8 Filme waren Volltreffer, allen voran der beeindruckende „The Death Train“ von Bill Morrison.
Am Schluss blieb trotz allem wieder das Gefuehl, viel zu wenig gesehen zu haben, zu wenig gutes, aber auch generell nicht genug. Von 17Uhr30 bis, na, so 00Uhr30, dass waren dann 3 Programme mit einer jeweiligen reinen Filmlaufzeit von 1,5 Stunden, macht zusammen: 4,5 Stunden – Ben Hur mit Pinkelpause, mehr nicht. Davon wird kein Auge vierekig , nicht mal ansatzweise! Aber naechstes Jahr, da klappt’s bestimmt mit der Quadratur des Kreises…des Ovals. Fuer anreisende Erstbesucher/Innen, ohne Vorkenntnisse in der Hamburger-Kinolandschaft, sei das „Lichtmess“ empfohlen, sehr angenehme Atmosphaere und „Internationaler Wettbewerb“ laeuft da auch nicht.
_______________________________________________________________________________________________________________
_______________________________________________________________________________________________________________

second blog

Since i‘ve always problems keeping track with my bookmarks i decided to do kinda commented linklist in the form of a blog.
you can check it out here:
fuellsel