Nina Berberova [Astaschew in Paris]

Es faellt mir recht schwer, etwas zu dem Buch bzw. der Schriftstellerin zu sagen. Das Buch mutet auf den ersten Blick wie eine kleine Schreibuebung (wider das Einrosten), wie ein Intermezzo zwischen ernsthafteren Projekten, an. Vielleicht auch wie eine Studie fuer ein kommendes Werk, die Figur Astaschew, die erst einmal ausgelotet werden soll.

Viel laesst sich zu Nina Berberova nicht finden. Ein paar Referenzen zu grossen Maennern der Literatur, so lebte sie voruebergehend in einem Haus mit Maxim Gorki, pflegte Freundschaften mit Vladimir Nabokov & Boris Pasternak und war mit Vladislav Khodasevich verheiratet.
Erst in den 1980ern wurde die leidenschaftliche Chronistin der russischen Emigrantenszene im Paris der Dreißigerjahre [Der Standard, 20.10.2006| wiederentdeckt. Inzwischen sind ihre Buecher in ueber 20 Sprachen uebersetzt worden.
Das, was es mir, nach nur diesem einen Buch mit knapp 100 Seiten, schwer macht, Berberova zu klassifizieren, ist wohl vielmehr das, was sie ausmacht. Sie schreibt sehr souveraen, fast Erhaben koennte der Schreibstil genannt werden. Sie ist weder Arno Schmidt noch Djuna Barnes. Ihre Sprache ist „knapp, praezise, humorvoll und melancholich“ [FAZ]… „Nuechternheit“ liesse sich als ein weiteres Charakteristikum ihres Schreibstils ergaenzen. In seinem Artikel zu Nina Berberova trifft es Carlos Amantea sehr gut: „[S]he constructs her own rules: what to include, what to leave out, what to emphasize. And I claim it is these self-designed, self-emposed rules of fiction that turn a story that might be interesting into a masterpiece.“ Spaeter schreibt er (noch euphorischer): „we are in the hands of a divine master.“ …was herauszufinden sein wird!

| Nina Berberova | Astaschew in Paris | Verlag Klaus Wagenbach | 2006 | Kartoniert | 96 Seiten | 8.90 Euro |

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